Nicholas Rockefeller: Hochstapler — oder posthum mundtot gemacht?
Die “Enthüllung” kommt verdächtig spät
Nicholas Rockefeller starb an Halloween 2024 — ausgerechnet am symbolträchtigsten Tag des okkulten Kalenders. Offizielle Todesursache: Herzversagen. Keine Autopsie. Bei seinem Tod anwesend: eine Bekannte namens Helen Kim. Dieselbe Helen Kim “entdeckte” anschließend in seinem Büro gefälschte Ausweise und Pässe — und rief das Rockefeller Family Office an. Das Rockefeller Family Office in New York teilte auf telefonische Nachfrage mit, er sei “kein anerkanntes Familienmitglied”. Der Journalist Jakob Nordangård und James Corbett vom Corbett Report griffen die Geschichte auf. Seitdem gilt als “bewiesen”: Nicholas Rockefeller war ein Serienbetrüger namens Spiro Pavlovic. (siehe Quellen im Anhang).
Fall geschlossen?
Nicht so schnell.
Warum die Betrüger-These nicht aufgeht
Nicholas Rockefeller war kein Nobody, der auf Partys mit einem berühmten Namen angab. Er war Mitglied im Council on Foreign Relations — einer Organisation mit rigorosem Aufnahmeverfahren, Hintergrundprüfung und Nominierung durch bestehende Mitglieder. Er saß im Beirat der Rand Corporation. Er verkehrte mit George und Barbara Bush, mit John Kerry, mit General Wesley Clark. Er kannte den aufsteigenden Xi Jinping persönlich.
Und das — angeblich — 40 Jahre lang, ohne dass eine einzige dieser Organisationen mit eigenen Nachrichtendienst-Ressourcen jemals seine Identität überprüft hätte?
Die Rockefeller-Familie — eine der mächtigsten Dynastien der Welt, mit eigenem Family Office, eigenem Sicherheitsapparat, eigenen Anwälten — schaut 40 Jahre lang zu, wie jemand ihren Namen benutzt, um sich in die höchsten Kreise der Macht einzuschleusen und auch noch “aus dem Nähkästchen plauderte”, Insider-Geheimnisse verriet. Und sagt: nichts. Kein Anwaltsbrief. Keine Unterlassungsklage. Kein Dementi. Vierzig Jahre. Nichts.
Und erst nach seinem Tod — jetzt wo er sich gegen den Betrugsvorwurf nicht mehr wehren kann — meldet sich das Family Office und sagt: “Den kennen wir nicht.”
Was er Aaron Russo erzählte
Die eigentliche Brisanz liegt nicht in seinem Namen, sondern in dem, was er dem Filmemacher Aaron Russo (America: Freedom to Fascism) mitteilte — elf Monate vor dem 11. September 2001:
Es werde ein “Ereignis” geben, das als Katalysator diene
Die USA würden in Afghanistan einmarschieren, dann in den Irak
Es werde einen “endlosen Krieg gegen den Terror” geben, in dem man nie einen echten Feind finden werde
Das Endziel sei eine vollständig überwachte, mikrogechipte Bevölkerung
Wer sich widersetze, werde “aus dem System gelöscht”
Das war im Jahr 2000. Jeder einzelne dieser Punkte ist eingetreten.
Ein Fantasie-Hochstapler ohne Insider-Wissen trifft nicht Jahre voraus ins Schwarze. Entweder hatte dieser Mann Zugang zu echtem Wissen — oder er war die Quelle.
Und ein Hochstapler, der erfolgreich vortäuscht, Familienmitglied der Rockefellers zu sein und sich damit Beziehungen und Reichtum sichert: würde der durch diese Enthüllungen von Insiderwissen seine Position gefährden und riskieren im Gefängnis zu enden?
Das Muster: Erst nutzen, dann entsorgen
Die posthume Diskreditierung folgt einem bekannten Geheimdienstmuster:
Eine Person enthüllt unbequeme Wahrheiten
Solange sie lebt, wird sie ignoriert oder marginalisiert
Nach ihrem Tod — wenn sie sich nicht mehr wehren kann — wird ihre Glaubwürdigkeit zerstört
Ab sofort können alle ihre Aussagen als “die Fantasien eines Betrügers” abgetan werden
Die Frage, die Corbett und Nordangård richtigerweise stellen:
Dient die jetzige “Enthüllung” dazu, die von Russo verbreiteten Warnungen endgültig als Verschwörungstheorie zu entsorgen?
Aber warum stellen sie nicht die grundlegendere Frage: Sind die Anschuldigungen überhaupt wahr?
Meine Frage an Dich: Was ist wahrscheinlicher?
Zwei Szenarien:
A) Ein mittelloser Betrüger täuscht 40 Jahre lang den CFR, die Rand Corporation, die Bush-Familie, die Rockefeller-Dynastie und sämtliche Geheimdienste — mit gefälschten Ausweisen. Niemand prüft nach. Niemand klagt. Niemand redet.
B) Ein schwarzes Schaf der Rockefeller-Familie — aus dem offiziellen Stammbaum entfernt, weil unbequem — nutzt seinen echten Namen und sein echtes Insider-Wissen, um gegen die Machenschaften seiner eigenen Familie vorzugehen. Nach seinem Tod wird er mit untergeschobenen “Beweisen” zum Hochstapler erklärt, damit seine Enthüllungen nicht mehr ernst genommen werden müssen.
Ich überlasse es dem Leser zu entscheiden, welches Szenario die naheliegendere Erklärung ist.
Quellen:
James Corbett, “Who Was Nicholas Rockefeller? — ANSWERED!!!”, The Corbett Report, 2025. EN-Original | Deutsche Übersetzung (Video)
Aaron Russo, Reflections and Warnings — An Interview with Aaron Russo, 2009
Jakob Nordangård, Recherche zur Identität von Nicholas Rockefeller, 2025
P.S.
Nur eines noch: Ein Mann stirbt an “Herzversagen” — ohne Autopsie — an Halloween — in Anwesenheit genau der Person, die anschließend die “Beweise” für seinen Betrug “findet”. Wenn das ein Drehbuch wäre, würde man es als zu plump zurückweisen. Der Herzinfarkt passt “zufälligerweise” zu meinem Artikel über CIA-Waffen, den ich heute geschrieben habe:

