Iran, Israel, USA — wer macht aus Religion den Vorwand für den 3. Weltkrieg?
Konstantin und Scofield als historische Schlüssel — Religion und Macht (1/3)
Serie: Teil 1 von 3 — „Wie Macht-Eliten Religionen umkrempeln”
Worauf wir gerade zusteuern
Dieser Artikel erscheint am 9. Mai — dem Tag, an dem im Osten an das Ende des letzten Weltkriegs vor 81 Jahren erinnert wird, einen Tag nach dem westlichen Gedenktag des 8. Mai. Dass diese Serie ausgerechnet jetzt veröffentlicht wird, ist Absicht. Wir stehen — und die Sorge in der breiten Öffentlichkeit ist in den letzten Wochen sichtbar gewachsen — vor einer scheinbaren Bedrohung durch einen weiteren Weltkrieg, dieses Mal mit atomarem Risiko. Zwei, drei religiös aufgeladene Konfliktlinien stoßen direkt aufeinander.
Auf der einen Seite drängt die Netanyahu-Regierung mit ihrer „Groß-Israel”-Ambition — Erez Israel von Nil bis Euphrat als religiös-politisches Programm bestimmter zionistischer Funktionsträger-Kreise — offen darauf, dass die USA an Israels Seite gegen den Iran militärisch vorgehen. Bei US-amerikanischen Falken findet diese Forderung Anschluss: in der AIPAC-Lobby (American Israel Public Affairs Committee — die größte und einflussreichste pro-israelische Lobbyorganisation in Washington), in den neokonservativen Denkfabriken, und in einer christlich-zionistischen Mehrheits-Stimmung, die in den letzten 100 Jahren gewachsen ist und auf die wir gleich noch zurückkommen.
Auf der anderen Seite haben die iranische Verfassungs-Architektur und Teile der schiitischen Klerus-Hierarchie die Vernichtung des Staates Israel als religiös-politisches Programm formuliert. Russland und China stehen über die BRICS-Partnerschaft (das Staatenbündnis Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika und mittlerweile mehrere Beitrittsländer, das sich als Gegenpol zur westlichen G7-Architektur etabliert hat) an der Seite des Iran in einer Solidaritäts-Position, die sie im Eskalationsfall nicht ohne weiteres verlassen können.
Der Spalt zwischen beiden Lagern ist scheinbar religiös: christlich-jüdischer Westen gegen schiitisch-muslimischen Osten, mit allen Mobilisierungs-Apparaten beider Seiten. Wer dieser Erzählung folgt, sieht einen unvermeidlichen Zusammenstoß der Kulturen.
Die These dieses Artikels und der ganzen Serie: Der religiöse Anschein ist nicht der Grund. Der religiöse Anschein ist das Werkzeug einer Macht-Architektur, die den Konflikt sucht und am Leben hält, weil sie strukturell von ihm profitiert. Wer hinter beiden religiösen Lagern die jeweilige Hand am Stift identifiziert — die Akteure, die Auslegungen finanzieren, Endzeit-Erwartungen pflegen, Konfrontations-Theologie kanonisieren —, sieht nicht drei feindliche Religionen. Er sieht eine Macht-Architektur, die alle Religionen gegeneinander ausspielen will.
Solange die Mehrheits-Bevölkerungen auf allen Seiten glauben, ihre eigene Religion fordere von ihnen den Krieg, werden sie ihn führen. Sobald sie erkennen, dass die Konfrontations-Theologie ihrer eigenen Schriften eine eingeschleuste Konstruktion ist und nicht das Wort der Lehrer und Propheten, fällt das Mobilisierungs-Werkzeug der Macht-Architektur in sich zusammen.
Dieser Artikel öffnet die Lesart. Die folgenden zwei Artikel der Serie liefern den forensischen Beweis am Modellfall Scientology (Teil 2) und die spezifische Anwendung auf die jüdische Konstellation am Buch von Richard Poe und Noor Bin Ladin (Teil 3).
Was die Erleuchteten lehrten
Wer die Worte der großen Lehrer freilegt — soweit sie sich aus den späteren Überarbeitungen herausschälen lassen — findet eine erstaunliche Übereinstimmung. Das alte Testament, Jesus, Buddha, Laotse, Sokrates, die Verfasser der ältesten Upanishaden, vermutlich auch der historische Mohammed der frühesten mekkanischen Suren — sie alle haben in der Substanz dasselbe gesagt:
Behandle den anderen, wie du behandelt werden willst (die Goldene Regel — sie taucht in praktisch jeder Tradition auf).
Übe dich in Wahrhaftigkeit, im Verzicht auf Gewalt, in der Sorge für die Schwachen.
Suche das Göttliche nicht außerhalb deiner selbst, sondern in deinem eigenen Bewusstsein.
Unterscheide nicht zwischen denen, die zu deiner Gruppe gehören, und denen, die nicht zu deiner Gruppe gehören — alle sind Geschöpfe des selben Gottes.
Diese Botschaft ist universal. Sie kennt keine Trennung in „die Eigenen” und „die Anderen” — die soziologischen Begriffe „In-Group” und „Out-Group” bezeichnen genau diese Trennung, die alle erleuchteten Lehrer aufzulösen suchten. Sie ist gerade die Aufhebung jener Unterscheidung. Wer sich auf einen erleuchteten Lehrer beruft, beruft sich auf jemanden, der die Trennung zwischen „uns” und „den anderen” überwunden hatte und genau das den Hörern weitergeben wollte.
Konstantin — der Moment, in dem die Macht die Staatsreligion entdeckte
Wenn man den Punkt sucht, an dem die christliche Religion gekippt ist — von einer Befreiungslehre zu einem Werkzeug der Reichs-Steuerung —, lohnt der Blick auf Kaiser Konstantin und das von ihm einberufene Konzil von Nicäa im Jahr 3251.
Nicäa wurde nicht von einer kirchlichen Autorität einberufen. Es wurde vom Kaiser einberufen. Konstantin hatte erkannt, dass die wachsende christliche Gemeinde ein Reichs-Werkzeug werden konnte — unter einer Bedingung: die Lehre musste kastriert und auf die Bedürfnisse des Imperiums zugeschnitten werden. Streitfragen zwischen verschiedenen christlichen Strömungen wurden administrierbar gemacht, der Kanon der zugelassenen Schriften wurde festgelegt, abweichende Schriften — Thomas-Evangelium, Petrus-Evangelium, Maria-Magdalena-Evangelium und ein Dutzend mehr — wurden verworfen.
Das Ergebnis von Nicäa war unter anderem die Position eines Primus inter pares — eines Ersten unter Gleichen unter den Bischöfen. Dieser Erste sollte in Rom residieren, in der unmittelbaren Reichweite des Kaisers. Aus dem Primus inter pares wurde im Lauf der nächsten Jahrhunderte der Papst. Und nach dem Zerfall des weströmischen Reichs 476 hat das Papsttum über Rom-Vatikan die Nachfolge des Kaiserreichs angetreten — die Verwaltungs-Strukturen, das Steuer-System, die Anspruchs-Logik. In den folgenden Jahrhunderten hat der Vatikan die Länder Europas unter seiner Kontrolle gehalten und unter Schutzzollzahlung gesetzt: den Zehnt — also die Pflichtabgabe des zehnten Teils aller Ernten und Erträge an die Kirche, ab den Karolingern als europaweite Steuer institutionalisiert und im ganzen Mittelalter die tragende Säule kirchlicher und herrschaftlicher Finanzierung. Diese Macht-Position wurde unter anderem durch zwei groß angelegte Urkundenfälschungen abgesichert, die jahrhundertelang als echt galten — die Konstantinische Schenkung2 (eine angeblich von Kaiser Konstantin ausgestellte Urkunde, die dem Papst die Herrschaft über Rom und das Westreich übertrug; 1440 als Fälschung entlarvt) und die Pseudoisidorischen Dekretalen3 (eine im 9. Jahrhundert in Westfranken zusammengestellte Sammlung gefälschter Papstbriefe, die der päpstlichen Macht im Mittelalter eine scheinbare juristische Grundlage verschaffte).
Die Bergpredigt-Lehre des historischen Jesus wurde für dieses Projekt nicht gebraucht. Sie wurde sogar zum Hindernis. Wer „liebe deinen Feind” predigt, taugt nicht zum Mobilisierer für Kreuzzüge. Wer „selig sind die Sanftmütigen” sagt, organisiert keinen Inquisitions-Apparat. Also wurde die Bergpredigt stillschweigend gegen eine andere Synthese ausgetauscht — eine Verschmelzung der Theologie des Apostels Paulus mit Konstantins Reichs-Christentum, die das Christentum institutionsfähig, kriegsfähig und kolonisations-fähig gemacht hat. Was Jesus gelehrt hatte, blieb in den Texten als Ornament stehen. Was die Kirche brauchte, kam in den Auslegungen, in den Predigten, in den Konzils-Beschlüssen, in den Volks-Liturgien dazu.
Das ist die Kern-Operation, um die es in dieser Serie geht. Sie ist nicht auf das Christentum beschränkt. Sie hat sich in jeder großen Religion in vergleichbarer Form abgespielt. Konstantin war nur derjenige, an dem sich der Mechanismus historisch besonders klar zeigen lässt.
Was die Schreiber daraus machten — drei Religionen, ein Muster
In den jüdischen Schriften finden sich Stellen, die ethische Grundgebote — das Verbot von Wucher, Betrug, Schuldknechtschaft — auf das Verhalten gegenüber Mit-Juden begrenzen, während sie das Verhalten gegenüber Nicht-Juden („Gojim”) ausnehmen oder lockerer fassen. Diese Stellen stammen nicht von den hebräischen Propheten — die haben gerade umgekehrt das Gericht über die eigene Elite gepredigt. Sie sind spätere Schichten, geschrieben von Schreibern, die eine bedrängte Diaspora-Gemeinschaft (also die jüdischen Gemeinden, die seit der Antike außerhalb des Heiligen Landes verstreut leben) zusammenhalten und gegen die umgebende Mehrheit abdichten mussten.
In den christlichen Schriften wurde die Heiden-Theologie nicht von Jesus formuliert, sondern von Paulus, den frühen Kirchenvätern und den späteren Konzilen. Sie hatte den Zweck, eine wachsende Institution gegen ihre Konkurrenz im römischen Imperium zu positionieren — und später die Rechtfertigung für Kreuzzüge, Inquisition und koloniale Mission zu liefern.
Im Koran sind die schroffen, kämpferischen Stellen — die Suren über die kāfir (arabisch für die „Ungläubigen”, die Nicht-Muslime) — großteils späterer, medinischer Herkunft, geschrieben in einer Phase, in der Mohammed nach seiner Auswanderung 622 von Mekka nach Medina dort eine eigene politische Gemeinschaft aufbaute, die sich gegen Rivalen behaupten musste. Andere Suren, oft die früheren mekkanischen aus seiner Anfangs-Phase, sprechen umgekehrt von der gemeinsamen Würde aller „Leute des Buches” — so nennt der Koran Juden und Christen, also alle Religionen, die sich auf eine göttlich offenbarte Heilige Schrift berufen. Welche Stellen ins Zentrum gerückt werden und welche an den Rand, entscheidet die Auslegungs-Schule. Die Hand am Stift war auch hier eine politische Hand.
In allen drei Fällen gilt: Die ursprünglichen Lehrer haben das nicht autorisiert. Die Schreiber haben es umgeschrieben. Die Funktionsträger haben die Aufmerksamkeit der Gläubigen weg vom Original auf die Revisionen gerichtet. Die Macht-Hierarchien haben es missbraucht.
Die Hand am Stift bleibt aktiv — zwei moderne Operationen
Wer denkt, das sei alles längst vergangen, antike Schriften halt — der unterschätzt das Verfahren. Die Hand am Stift bleibt aktiv. In den letzten 300 Jahren haben die City of London und ihre Schwester an der Wall Street das ältere Verfahren übernommen und auf die Religionen angewandt, die ihnen für ihre globalen Steuerungs-Zwecke nützlich erschienen. Zwei moderne Operationen, beide quellengestützt belegbar.
Die Scofield-Bibel und die Konstruktion des christlichen Zionismus
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hat die christliche Mehrheits-Theologie überwiegend die Substitutions-Lehre vertreten: die Kirche ist nach dem Sühne-Tod Jesu an die Stelle des Volkes Israel als Bundesvolk Gottes getreten. Aus dieser Lehre ergaben sich verschiedene Probleme — sie hat den christlichen Antijudaismus theologisch genährt — aber sie kannte keine Vorstellung, dass das moderne Israel eine eigene heilsgeschichtliche Funktion erfüllt, der die Christen zu dienen hätten.
Das änderte sich um 1909, als die Scofield Reference Bible erschien — eine Studienbibel des amerikanischen Anwalts und späteren Predigers Cyrus Ingerson Scofield. Scofield übernahm die Endzeit-Theologie der Heils-Zeitalter, wie sie der britische Prediger John Nelson Darby in den 1830er Jahren entwickelt hatte — die Vorstellung, dass die Heilsgeschichte in mehrere Phasen („Dispensationen”) zerfällt und das moderne Volk Israel eine eigene heilsgeschichtliche Funktion in der letzten Phase erfüllt. Scofield verwandelte sie in einen Kommentar-Apparat, der direkt neben dem Bibeltext gedruckt wurde.
Kerngedanke: Das moderne Volk Israel ist das prophetische Volk Gottes, die Wiederherstellung des Staates Israel ist Teil von Gottes Endzeit-Plan, und jeder Christ, der diesem Plan nicht aktiv dient, gerät unter den biblischen Fluch, der sich aus Gottes Verheißung an Abraham im 1. Buch Mose ableiten lässt: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen.” Die christlich-zionistische Auslegung überträgt Abrahams Volk auf den modernen Staat Israel — wer Israel nicht unterstützt, fällt damit unter Gottes Fluch.
Die Bibel wurde von Oxford University Press gedruckt4 — derselben Oxford, deren Universität durch das Cecil-Rhodes-Stipendium mit der Macht-Architektur der Milner-Gruppe und der angelsächsischen Imperiums-Strategen verbunden war5. Scofield bewegte sich in den Jahren vor Erscheinen der Bibel im New Yorker Lotos-Club, einem Treffpunkt von Verlegern, Wall-Street-Anwälten und Bankiers; in diesen Kreisen verkehrte unter anderem der Wall-Street-Anwalt Samuel Untermyer, der wenige Jahre später als prominenter Lobbyist für die Federal-Reserve-Architektur tätig wurde. Eine direkte Finanzierungs-Spur Untermyer → Scofield ist in der Forschung nicht abschließend belegt — Untermyers Privatpapiere wurden nie systematisch durchsucht — aber das Netzwerk, in dem Scofield sich bewegte, war zweifelsfrei das Netzwerk, das ein politisches Interesse an einer christlich-zionistischen Stimmungslage in den USA hatte6. Es war also keine spontane Erweckung, die da auf den Kanzeln passierte. Es war eine verlegerisch durchgesetzte Theologie-Operation, die innerhalb von zwei Generationen die amerikanische Evangelikalismus-Landschaft in eine Endzeit-Stimmung verschoben hat, die sie bis dahin nicht kannte.
Verteilt wurde die Scofield-Bibel nicht kostenlos in Hotelzimmern, wie später die Gideon-Bibeln — sie war ein teures Studien-Werk von Oxford University Press, das gekauft werden musste. Aber die Distributions-Strategie zielte gar nicht auf Massenverteilung, sondern auf Hierarchie-Einsickerung: Schon als beratende Mit-Editoren der Erstausgabe wurden die Präsidenten mehrerer einflussreicher US-Bibelhochschulen gewonnen — Moody Bible Institute, Crozer Theological Seminary, Toronto Bible Training School, Xenia Theological Seminary. Was die Akademie-Spitze als Standard akzeptiert, lehrt sie an die nächste Pastorengeneration weiter. 1924 wurde diese Linie mit der Gründung des Dallas Theological Seminary durch Scofields engsten Schüler Lewis Sperry Chafer institutionalisiert; das Dallas-Seminar hat im 20. Jahrhundert tausende US-Pastoren in der Scofield-Auslegung ausgebildet, die wiederum ihre Gemeinden durchformten. Das ist die klassische Methode der angloamerikanischen Macht-Architektur: nicht laute Massen-Propaganda, sondern leise Übernahme der Hierarchie-Spitze, von der aus die Linie über Generationen herabsickert.
Heute haben schätzungsweise 30 bis 50 Millionen evangelikale Christen in den USA eine Israel-Theologie verinnerlicht7, die mit der Lehre Jesu nichts zu tun hat. „Liebe deinen Nächsten” — der Kerngedanke der Bergpredigt — passt nicht in eine Endzeit-Theologie, die die Auslöschung der Nicht-Bekehrten in einem apokalyptischen Krieg zwischen Gut und Böse als göttlichen Plan begrüßt. Diese Theologie ist dem christlichen Denken grundsätzlich fremd. Sie ist eingeschleust worden — von Akteuren, die ein politisches Interesse an einer christlich-zionistischen Mehrheits-Stimmung in den USA hatten und haben.
Diese Stimmung wird heute gegen den Iran mobilisiert. Wer den Druck verstehen will, mit dem AIPAC und die christlich-zionistische Welle die US-Regierung Richtung Krieg drängen, muss diese 100-Jahre-Operation kennen — sie ist die religiöse Infrastruktur, ohne die der Druck nicht funktionieren würde.
Muslim-Brotherhood, gestürzte Reform-Führer und das Verdrängen liberaler muslimischer Linien
Spiegelbildlich verläuft die Linie auf der islamischen Seite. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs in vielen muslimischen Mehrheits-Gesellschaften eine säkular-liberale Strömung heran, die die muslimische Religion als persönliche Angelegenheit sah und den Staat von ihr trennen wollte. Atatürk in der Türkei nach 1923. Mossadegh im Iran 1951–1953, der das Erdöl verstaatlichen und das Land aus der britisch-amerikanischen Vormundschaft führen wollte. Der säkulare Baathismus in Irak und Syrien — eine arabische sozialistische Partei-Bewegung, die jahrzehntelang regierte und die Trennung von Religion und Staat anstrebte. Die pan-arabische Bewegung Nassers in Ägypten. Gaddafi in Libyen mit seinem pan-afrikanischen Wasser- und Bildungs-Programm.
Diese Führer waren nicht alle Demokraten westlichen Zuschnitts. Aber sie hatten eines gemeinsam: sie führten ihre muslimisch geprägten Länder in eine Richtung, die auf innere Modernisierung, regionale Kooperation und friedliche Koexistenz mit dem Westen wie mit den Nachbarn setzte — nicht auf Konfrontation oder islamistische Mobilisierung.
Diese Linie ist nicht von muslimischen Massen-Bewegungen verdrängt worden. Sie ist von westlichen Geheimdiensten und ihren regionalen Helfern systematisch demontiert worden. Die CIA stürzte Mossadegh 1953 (Operation Ajax, mit dem britischen MI6)8. Die Muslim-Brotherhood, gegründet 1928 in Ägypten9, wurde ab den 1950er Jahren von westlichen Geheimdiensten und saudischen Geld-Gebern gegen Nasser, gegen den arabischen Sozialismus und gegen die liberal-säkularen Kräfte in Stellung gebracht. In Afghanistan finanzierte die CIA von 1979 bis 1992 die Operation Cyclone, aus der Al-Qaida und letztlich der globale dschihadistische Terrorismus hervorgingen10. Saddam Husseins Irak fiel 2003 dem westlich inszenierten Krieg zum Opfer. Gaddafi 2011, mit NATO-Bombardierung und vorangegangenem westlichem Stützen islamistischer Milizen. Assad in Syrien wurde ab 2011 mit demselben Mittel angegriffen.
Das Ergebnis dieser Operationen ist eine muslimische Welt, in der die liberalen, kooperativen, modernisierenden Strömungen marginalisiert sind und die schroffsten, kämpferischsten Auslegungen des Islam — gerade die medinischen kāfir-Suren — ins Zentrum gerückt wurden. Das ist nicht der Islam. Das ist eine gemachte Konstellation, in deren Resultat die City of London und die Wall Street weiterhin von einer dauerhaften Konfrontation zwischen einem als feindlich dargestellten Islam und einem als bedroht dargestellten Westen profitieren.
In beiden Beispielen — Scofield-Bibel und Brotherhood-Operationen — ist nicht die Religion an sich das Problem. Das Problem ist eine Macht-Architektur, die die Religionen von außen umformt, um sie als Konfrontations-Werkzeug einsetzen zu können. Die Gläubigen, die in dieser umgeformten Version ihre Religion praktizieren, sind nicht die Akteure. Sie sind die Bewegten, deren religiöse Identität durch fremde Eingriffe in eine Form gegossen wurde, die sie selber meist gar nicht durchschauen.
Drei Konsequenzen
Wer diese Lesart einmal angenommen hat, kommt zu drei unbequemen Konsequenzen.
Erstens — die Akteure stehen anderswo, als die übliche Erzählung behauptet. Nicht „die Juden” sind antisemitisch nutzbar, sondern die Schreiber, die die abwertenden Stellen über die Nicht-Juden in die Schriften gelegt haben, plus die City, die diese Stellen für ihre Zwecke aktiviert hat. Nicht „die Christen” sind kreuzzugs-fähig, sondern die Bischöfe der frühen Konzile, die die paulinische Heiden-Theologie kanonisiert haben, plus die mittelalterlichen Päpste, die sie gegen die islamische Welt mobilisiert haben. Nicht „die Muslime” sind dschihad-bereit, sondern bestimmte Auslegungs-Schulen, die die schroffen Suren ins Zentrum gerückt haben, plus die heutigen Geheimdienste, die solche Auslegungen über Stellvertreter-Organisationen weltweit vermarkten. Der Vorwurf gegen das Volk verfehlt jedes Mal den eigentlichen Adressaten.
Zweitens — die Befreiung liegt nicht im Atheismus. Wer die Religionen zugunsten eines materialistischen Weltbildes verwirft, hat das Macht-Werkzeug nicht entwertet, sondern nur ein anderes an seine Stelle gesetzt. Der politische Atheismus des 20. Jahrhunderts hat in der bolschewistischen Variante hundert Millionen Menschen das Leben gekostet. Materialismus ist keine Heilung der Religion, er ist eine andere Form der gleichen In-Group / Out-Group-Logik, und zusätzlich noch die Entwertung unserer grundlegenden geistigen Natur: Menschen besitzen Schöpferkraft, denn wir sind nach Gottes Bild geschaffen.
Drittens — die Befreiung liegt in der Quelltext-Lektüre mit der richtigen Frage. Wer eine heilige Schrift liest und sich bei jeder Stelle fragt: „Wer hat das wann hineingeschrieben — und gegen wen?“ — der kommt der ursprünglichen Lehre näher als jeder Funktionsträger, der die Schrift im traditionellen Modus auslegt. Diese Frage ist die radikale Frage, die Wurzel-Frage. Sie ist nicht religionsfeindlich. Sie ist religionsfreundlich im tieferen Sinn — sie sucht den Lehrer hinter dem Schreiber.
Genauso wie wir bei den heutigen Nachrichten gelernt haben, Wahrheit von Fake News zu unterscheiden, sollten wir lernen, in unseren heiligen Schriften die Spreu vom Weizen zu trennen — das göttlich Inspirierte von dem, was uns gegen die grundlegenden Lehren der Weisen einnimmt. Das griechische Wort diabolos — der Teufel — bedeutet wörtlich „der Auseinanderwerfer”. Er ist gekennzeichnet durch das Spalten und Trennen: das Macchiavelli-Prinzip „teile und herrsche”, nach dem Herrschaft dadurch zustande kommt, dass man die Menschen gegeneinander ausspielt. Genau diese spaltenden Elemente sollten wir aus unseren heiligen Schriften beseitigen.
Dazu braucht es nicht einmal akademische Bibelwissenschaft, sprachhistorische Quellen-Analyse oder ein tiefes Hineingehen in die Prüfung ursprünglicher Texte, sondern nur den gesunden Menschenverstand, der erkennt, dass unsere Schriften manipuliert sind. Das Gute steht in ihnen, die belebende Wahrheit steht in ihnen — direkt neben bösartiger Hetze. Es geht darum, sich von Letzterem freizumachen, um die Nähe zum Göttlichen zu erlangen.
Die Illusion, eine unverfälschte heilige Schrift in den Händen zu halten, wurde durch die wissenschaftliche Bibelkritik bereits vor mehr als hundert Jahren zerstört. Damit sollte sich jeder Christ einmal befassen, um die wörtliche Auslegung seiner Bibel in Frage stellen zu lernen.
Wer einen besonders ehrlichen Zeugen für die Bibelfälschung sucht, findet ihn an einer überraschenden Stelle: bei Hieronymus selbst, dem Übersetzer der lateinischen Vulgata-Bibel im Auftrag von Papst Damasus I. um 383 n. Chr. — also bei dem Mann, der bis heute als „Kirchenvater” und Heiliger der katholischen Kirche verehrt wird. In den Vorreden zu seinen eigenen Übersetzungen hat Hieronymus mit erstaunlicher Offenheit eingeräumt, was er getan hat:
„Wird sich auch nur einer finden, sei er gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht, sobald er diesen Band [die Überarbeitung der Evangelien] in die Hand nimmt und feststellt, dass das, was er hier liest, nicht in allem den Geschmack dessen trifft, was er einmal in sich aufgenommen hat, lauthals einen Fälscher und Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern?“
— Hieronymus, Vorrede zur Überarbeitung der Evangelien, an Papst Damasus I., um 383 n. Chr.11
Und in der Vorrede zu seiner Vier-Evangelien-Übersetzung schreibt Hieronymus, was Damasus von ihm verlangt hat:
„Du zwingst mich, aus einem alten Werk ein neues zu schaffen, dass ich nach den über die ganze Welt verstreuten Abschriften der Schrift gleichsam wie ein Schiedsrichter dasitze und entscheide, welche von ihnen, da sie untereinander voneinander abweichen, mit der griechischen Wahrheit übereinstimmen.”
— Hieronymus, Praefatio in Evangelio (Vorrede zu den Vier Evangelien), an Papst Damasus, 383 n. Chr.12
Klarer kann ein Fälscher seinen eigenen Eingriff nicht beschreiben: aus einem alten Werk ein neues schaffen, als alleiniger Schiedsrichter über tausende abweichende Abschriften entscheiden. Und in der Vorrede zum Pentateuch greift Hieronymus sogar die Septuaginta an — die griechische Übersetzung des Alten Testaments, die als göttlich inspiriert galt:
„Und ich weiß nicht, welcher Autor sich als erstes die Lüge hat einfallen lassen, in Alexandria siebzig Häuschen hinzustellen [in denen die siebzig Übersetzer angeblich wundersam alle dasselbe Ergebnis produziert hätten] … Etwas anderes ist es nämlich, Prophet, etwas anderes, Übersetzer zu sein.”
— Hieronymus, Vorrede zum Pentateuch der Vulgata, Übersetzung nach Alfons Fürst13
Wer das einmal aus dem Mund des Bibelübersetzers selbst gelesen hat, dem wird die Behauptung mancher Glaubensgemeinschaften — die Zeugen Jehovas vertreten sie besonders nachdrücklich — kaum noch plausibel erscheinen, dass die Bibel seit zweitausend Jahren wortwörtlich und unverändert überliefert worden sei. Eine populär aufbereitete Sammlung dieser und weiterer Hieronymus-Zitate findet sich in der 48-seitigen Broschüre „Die Bibel ist gefälscht — Hieronymus, der kirchliche Bibelfälscher” (Verlag DAS WORT, Marktheidenfeld 2005 — die PDF habe ich für meine Leser zum direkten Lesen bereitgestellt). Die Broschüre stammt aus dem Umfeld der religiösen Bewegung Universelles Leben — das Hieronymus-Material darin ist aber unabhängig nachprüfbar. Wer eine akademisch unverdächtige Aufarbeitung sucht, findet sie bei Alfons Fürst (Hieronymus — Askese und Wissenschaft in der Spätantike, Herder Verlag) oder beim US-Religionswissenschaftler Bart Ehrman (Abschriften, Fälschungen, Veränderungen — Die verborgene Geschichte der Bibel, Gütersloher Verlagshaus).
Was daraus für den drohenden Krieg folgt
Wer das einmal gesehen hat, kann den Krieg, der gerade die Welt bedroht, nicht mehr im Modus der religiösen Konfrontation lesen. Er sieht hinter den drei religiösen Lagern dieselbe Macht-Architektur — die City of London und die Wall Street auf der einen Seite, die geopolitischen Gegenspieler auf der anderen, beide mit ihren jeweiligen religiösen Mobilisierungs-Apparaten. Er sieht die christlich-zionistische Stimmung in den USA als Scofield-Operations-Erbe. Er sieht die schroff-konfrontative Auslegung des Islam in Teilen der muslimischen Welt als Brotherhood-Operations-Erbe. Er sieht die „Groß-Israel”-Ambition als Auslegungs-Linie bestimmter zionistischer Funktionsträger-Kreise — nicht als Position des jüdischen Volkes, das in Israel selbst und in der Diaspora in dieser Frage tief gespalten ist.
Konkretes Gegenbeispiel zur westlichen Erzählung „Iran will Juden vernichten”: Im iranischen Parlament haben religiöse Minderheiten — Juden, Armenisch-Orthodoxe, Assyrische Christen (eine alte christliche Konfession Mesopotamiens), Zoroastrier (Anhänger der vorislamischen persischen Zarathustra-Religion) — feste reservierte Sitze und Verfassungs-Schutz14. Die wenigen tausend Juden, die heute noch im Iran leben, genießen dort Privilegien, die in den westlichen Krieg-Erzählungen nie auftauchen. Das sind natürlich nicht zionistische Juden — die fühlen sich von der Netanyahu-Linie nicht vertreten, sondern eher bedroht. Es sind säkulare oder religiöse Juden, die ihre eigene Tradition leben wollen, ohne dass eine politisch-zionistische Funktionsträger-Schicht in ihrem Namen Krieg führt. Spiegelbildlich gilt das für die islamische Reform-Linie, die in den letzten 100 Jahren Atatürk in der Türkei, Mossadegh im Iran, den säkularen Baathismus in Irak und Syrien, Nassers pan-arabische Bewegung und Gaddafi in Libyen hervorgebracht hat — Führer, die ihre muslimisch geprägten Länder in friedliche Kooperation mit Christen und Juden geführt haben, bevor sie systematisch durch westliche Geheimdienst-Operationen demontiert wurden.
Und damit fällt der Mobilisierungs-Hebel.
Solange die Mehrheits-Bevölkerungen auf allen Seiten glauben, sie führten ihren Krieg aus religiöser Notwendigkeit, werden sie ihn führen. Sobald sie erkennen, dass die Konfrontations-Theologie ihrer eigenen Schriften ein eingeschleustes Werkzeug ist und nicht das Wort der Propheten, ist die Macht-Architektur ohne ihr wirksamstes Mittel.
Die Verhinderung des Dritten Weltkriegs ist deshalb keine Friedensbewegung im üblichen Sinn. Sie ist Aufklärung über die Manipulation unserer heiligen Schriften.
Wie es in dieser Serie weitergeht
Der nächste Artikel der Serie zeigt den Beweis für das hier Gesagte an einem Fall, in dem die Übernahme einer religiösen Bewegung vollständig dokumentiert ist. Der Vatikan hält seine Archive verschlossen, die Bibliothek von Alexandria ist verbrannt, die Quelltexte der älteren Religionen sind über Jahrtausende redigiert worden — der direkte Beweis ist dort nicht mehr zu führen. Aber bei einer modernen Bewegung, deren Originaltexte und -Vorträge in mehreren Terabyte digitalisiert vorliegen und international gesichert sind, lässt sich der Mechanismus in allen seinen Phasen nachweisen. Diese Bewegung ist die Scientology, deren feindliche Übernahme durch den tiefen Staat (CIA, MI6, Mossad…) ich im letzten Vierteljahrhundert investigativ untersucht und in sieben Bänden dokumentiert habe. Daraus wird Teil 2.
Teil 3 wendet die Lesart auf einen besonders heiklen Sonderfall an — die Rolle der Juden in der britischen Statthalter-Strategie, anhand des Buches von Richard Poe und Noor Bin Ladin, „How the British Invented Communism (And Blamed It on the Jews)“.
Quellen und Belege
Diese Serie ist frei zugänglich
Dieser Beitrag und die zwei folgenden Artikel der Serie sind ohne Bezahl-Schranke lesbar — die Argumente sollen so weit wie möglich kursieren, gerade jetzt vor dem drohenden Krieg. Wer meine Arbeit finanziell unterstützen möchte, hat zwei Wege:
Buchkauf: Trump zerlegte die Neue Weltordnung (503 Seiten, eBook ohne Kopierschutz, CHF 19.80) auf shop7.ch — bündelt die Quigley-Aufklärung15 in einem Werk, das diese Serie inhaltlich vorbereitet hat.
Substack-Bezahl-Abo: CHF 50/Jahr, mit dem Buch Trump zerlegte … als Welcome-Geschenk plus monatlich ein weiteres eBook aus meinem Verlagsprogramm. Bei Stripe-Karten-Ablehnung (kommt regelmäßig vor): Banküberweisung oder PayPal an paypal@college4knowledge.ch, kurze Antwort an mich genügt.
Wer einfach nur teilen möchte, was hier steht — bitte tut das. Diese Serie wirkt nur, wenn sie viele Leser erreicht.
Mit besten Grüßen,
Andreas M. B. Groß
College for Knowledge / Morgarten / Schweiz blog.andreasmbgross.ch — shop7.ch
1 Konzil von Nicäa 325 — einberufen vom römischen Kaiser Konstantin I., Sitzungsperiode Mai bis Ende Juli 325 in Bithynien (heute Iznik, Türkei), zwischen 250 und 318 Teilnehmer aus dem ganzen Reich. Konstantin selbst war ungetauft, präsidierte aber die Eröffnungssitzung. Hauptthema: Arianismus-Streit und Reichseinheit. Quellen: Britannica — First Council of Nicaea, Wikipedia — First Council of Nicaea.
2 Konstantinische Schenkung als Fälschung — der italienische Humanist Lorenzo Valla wies 1440 in seinem Manuskript De falso credita et ementita Constantini Donatione declamatio mittels philologischer Analyse nach, dass die Urkunde nicht aus dem 4. Jahrhundert stammen kann (sprachliche Anachronismen, etwa der Begriff satrap). Erstdruck erst 1517 unter Ulrich von Hutten. Quellen: Wikipedia — Donation of Constantine, Wikipedia — Lorenzo Valla.
3 Pseudo-Isidorische Dekretalen — eine Sammlung gefälschter Papstbriefe und Konzilsbeschlüsse, im 9. Jahrhundert vermutlich im Kloster Corbie in der Reimser Provinz (Westfranken) zusammengestellt. Zweck: Schutz der Bischöfe vor weltlicher Strafverfolgung und Ausweitung der päpstlichen Jurisdiktion. Standardwerk: Horst Fuhrmann, Einfluß und Verbreitung der pseudoisidorischen Fälschungen (3 Bände, MGH-Schriften 24, 1972–73). Quellen: Wikipedia — Pseudo-Isidore, Britannica — False Decretals.
4 Scofield Reference Bible — erstmals 1909 bei Oxford University Press erschienen, von Cyrus Ingerson Scofield (1843–1921) editiert. Übernimmt die dispensationalistische Theologie des britischen Predigers John Nelson Darby (1800–1882). Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs über zwei Millionen Exemplare verkauft. Erste englischsprachige Studienbibel seit der Genfer Bibel (1560), die Kommentare direkt neben dem Bibeltext druckte. Quellen: Wikipedia — Scofield Reference Bible, Boston University — Cyrus Ingerson Scofield.
5 Cecil Rhodes „Confession of Faith” 1877 — am 2. Juni 1877 in Oxford verfasstes Manifest, in dem Rhodes den Plan einer Geheimgesellschaft zur „extension of British rule throughout the world” formuliert. Nach Rhodes’ Tod 1902 setzte Lord Alfred Milner die Linie fort. 1909 als „Round Table” institutionalisiert, ab 1920 öffentlich als Royal Institute of International Affairs (Chatham House). Quellen: University of Oregon — Cecil Rhodes’ Confession of Faith, Wikipedia — Cecil Rhodes.
6 Scofield, Lotos-Club und Untermyer — die finanzielle und netzwerkliche Verbindung zwischen Scofield, dem New Yorker Lotos-Club und dem Wall-Street-Anwalt Samuel Untermyer ist in der Forschung umstritten. Eine direkte Geld-Spur ist nicht abschließend belegt — Untermyers Privatpapiere wurden bislang nicht systematisch nach Scofield-Korrespondenz durchsucht. Belegt ist die Mitgliedschaft Scofields im Lotos-Club, in dem Verleger, Bankiers und Wall-Street-Anwälte verkehrten. Quellen: Researchgate — Cyrus Scofield and the Lotos Club: The Hidden Networks, Researchgate — Unlikely Allies: Speculating on Samuel Untermyer’s Financing of Cyrus Scofield.
7 Christlicher Zionismus in den USA — Größenordnung — Schätzungen liegen zwischen 20 und 50 Millionen Anhängern, je nach Definitions-Engheit. Eine Pew-Umfrage 2013 zeigte: 82 % der weißen evangelikalen Protestanten in den USA glauben, dass Israel den Juden von Gott gegeben wurde (gegenüber 40 % der amerikanischen Juden). Christians United for Israel (CUFI), die größte christlich-zionistische Organisation, hat etwa 10 Millionen Mitglieder. Quellen: Pew Research (2013) — More white evangelicals than American Jews say God gave Israel to the Jewish people, Wikipedia — Christian Zionism.
8 Operation Ajax 1953 (Mossadegh-Sturz) — gemeinsame CIA/MI6-Operation am 19. August 1953, mit der der demokratisch gewählte iranische Premierminister Mohammad Mossadegh nach seiner Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company gestürzt wurde. Die CIA bestätigte ihre Rolle erst 2013 durch freigegebene interne Dokumente. Quellen: National Security Archive (GWU) — CIA Confirms Role in 1953 Iran Coup, NPR (2013) — Declassified Documents Reveal CIA Role In 1953 Iranian Coup, Wikipedia — 1953 Iranian coup d’état.
9 Muslim-Brotherhood (Muslimbruderschaft) — gegründet im März 1928 in Ismailia (Ägypten, damals britisch besetzte Suez-Kanal-Zone) durch Hassan al-Banna und sechs Arbeiter der Suez-Canal-Company. Wachstum: 800 Mitglieder 1936 → 200.000 1938 → über 2 Millionen 1948. Hassan al-Banna 1949 ermordet. Quellen: Wikipedia — Muslim Brotherhood, Britannica — Hassan al-Banna.
10 Operation Cyclone (Afghanistan 1979–1992) — CIA-Programm zur Bewaffnung und Finanzierung der afghanischen Mujahedin gegen die sowjetische Intervention. Beginn 1979 mit 695.000 USD, Spitze 1987 bei 630–700 Millionen USD pro Jahr; Gesamtkosten ca. 3 Milliarden USD. Eine der teuersten verdeckten CIA-Operationen aller Zeiten. Aus den Mujahedin-Strukturen gingen später Al-Qaida und Teile des globalen dschihadistischen Spektrums hervor. Hauptdarstellung: Steve Coll, Ghost Wars (Penguin, 2004). Quelle: Wikipedia — Operation Cyclone.
11 Hieronymus, Vorrede zur Überarbeitung der Evangelien — Brief an Papst Damasus I., um 383 n. Chr. Lateinisches Original in: J. P. Migne, Patrologia Latina, Bd. 29. Deutsche Übersetzung in: Adolf Martin Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Bd. 1: Alte Kirche, Neukirchener Verlag, S. 181 f.
12 Hieronymus, Praefatio in Evangelio — Vorrede zur Vier-Evangelien-Übersetzung der Vulgata, an Papst Damasus, 383 n. Chr. Lateinischer Originaltext öffentlich zugänglich bei The Latin Library — Praefationes. Erster Satz im Original: „Novum opus facere me cogis ex veteri…“. Sekundärliteratur: Early Church Texts — Jerome’s Preface to the Four Gospels.
13 Hieronymus, Vorrede zum Pentateuch der Vulgata — Übersetzung nach Alfons Fürst, Hieronymus — Askese und Wissenschaft in der Spätantike, Herder Verlag, Freiburg, 2003. Hieronymus kritisiert hier die Septuaginta-Legende (die jüdisch-hellenistische Erzählung, dass siebzig Übersetzer in Alexandria im 3. Jh. v. Chr. unabhängig voneinander wundersam dasselbe griechische Übersetzungs-Ergebnis erzielt hätten — eine Erzählung, die der Septuaginta den Status göttlicher Inspiration verleihen sollte).
14 Iranisches Parlament — reservierte Sitze für religiöse Minderheiten — Artikel 13 der iranischen Verfassung erkennt Zoroastrier, Juden und Christen als religiöse Minderheiten an. Im Madschles (Parlament) sind fünf Sitze reserviert: zwei für Armenier, je einer für Assyrer, Juden und Zoroastrier. Diese Regelung geht auf die persische Verfassung von 1906 zurück und wurde nach der Revolution 1979 beibehalten. Bahá’í werden nicht als Religion anerkannt und haben keine reservierten Sitze. Quellen: Wikipedia — Iranian Parliament religious minority reserved seats, Wikipedia — Freedom of religion in Iran.
15 Carroll Quigley als Insider-Quelle — Tragedy and Hope: A History of the World in Our Time (Macmillan, New York, 1966, 1348 Seiten). Quigley war Geschichtsprofessor an der Georgetown School of Foreign Service und Mentor des jungen Bill Clinton. Eigene Aussage: er habe das Round-Table-/CFR-Netzwerk 20 Jahre lang studiert und zwei Jahre lang in den frühen 1960er Jahren Akteneinsicht in dessen Papiere und geheime Akten gehabt. Sein zweites Hauptwerk The Anglo-American Establishment: From Rhodes to Cliveden erschien 1981 postum bei Books in Focus, New York; das Manuskript war bereits 1949 fertig. Quellen: Wikipedia — Carroll Quigley, Wikipedia — Tragedy and Hope.


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