Was ich glaube, und warum ich diese Serie trotzdem schreibe
Religions-Serie Teil 5 - Standortbestimmung
Hinweis vorweg. Dieser Beitrag ist Teil 5 der Religions-Serie und unterbricht die akademische Linie bewusst um eine persönliche Standortbestimmung. Wer einsteigt, weil die ersten vier Teile (Religion als Macht-Werkzeug, die feindliche Übernahme der Scientology, die Statthalter-Strategie, die Theologen-Korrektur zu Hieronymus) nüchtern bis hart wirkten, soll hier sehen, von wo aus ich schreibe — nicht aus religiöser Gleichgültigkeit, nicht aus zynischer Lust am Abreißen, sondern aus einer eigenen spirituellen Position, die ich der Serie zugrundelege. Wer mit den nüchternen Befunden gut zurechtkommt und das persönliche Bekenntnis nicht braucht, kann diesen Teil überspringen und auf Teil 6 warten — dort steht das Buch von Richard Poe und Noor Bin Ladin im Mittelpunkt (How the British Invented Communism — And Blamed It on the Jews), mit den religions-historischen Quellen Robert Eisenman, Hermann Detering und Russell Gmirkin als Anschluss-Ergänzung.
Was ich nicht bin
Ich bin kein Atheist. Ich bin kein Religions-Zerstörer. Ich bin kein Zyniker, der über sogenannte heilige Schriften herzieht, weil ihm der Inhalt egal wäre. Wer die drei bisherigen Teile so liest, dass am Ende nur „Religion ist politische Manipulation” stehen bleibt, hat genau die Hälfte verstanden — die kritische Hälfte. Die andere, die positive Hälfte, will ich hier ausdrücklich aufmachen.
Der Schöpfergott — Gewissheit, nicht Glaube
Ich habe keine Glaubens-Frage. Ich habe eine Gewissheit. Es gibt einen Schöpfergott. Dass es ihn gibt, ist für mich eine ähnlich klare Tatsache wie der Sonnenaufgang am Morgen — keine Hypothese, die ich gegen Zweifel verteidigen müsste, sondern ein Ausgangspunkt, an dem ich nicht rüttle.
Wie dieser Schöpfergott ist, lässt sich kürzer beschreiben, als die kirchliche Tradition vermuten lässt: Er hält sich vergleichsweise neutral. Er ergreift nicht Partei. Er ist nicht der Kriegsherr einer Seite — schon gar nicht der christlichen, der jüdischen, der muslimischen Seite gegen jeweils die anderen. Er erfreut sich an seiner Schöpfung. Er gibt Lebenskraft und Unterstützung beiden Seiten. Auch den Guten und den Bösen, weil beide zum Spiel der Selbstbestimmung gehören, das er den geistigen Wesen — uns — eingeräumt hat. Wer das Böse anruft, bekommt das Böse. Wer das Gute anruft, bekommt das Gute. Aber der Schöpfer schaltet nicht selbst ein und aus.
Mit diesem Schöpfergott lohnt es sich tief zu connecten, rufe Dir den Moment zurück, als er Dich erschaffen hatte. Sich zu besinnen, dass wir in seinem Bilde erschaffen sind, heißt nicht, dass wir uns äußerlich ähneln. Ich bin ein “kleiner Teil” von IHM. Es heißt, dass wir geistiger Natur sind — wie er. Und das wiederum heißt: wir haben Schöpferkraft. Wir können geistige Realität setzen, nicht nur passiv erleben. Wer das einmal als eigene Erfahrung erlebt hat, statt nur als theologisches Bekenntnis nachzusprechen, hat den entscheidenden Schritt getan.
Pantheon und Geistwesen
Über diesen einen Schöpfergott hinaus gibt es eine ganze geistige Welt:
Die Griechen haben sie mit ihrem Pantheon skizziert.
Die Hindus lehren eine ausdifferenzierte Hierarchie von Göttern und Untergöttern.
Die christliche Mystik kennt die Engelchöre.
Die jüdische Kabbala kennt die Sephiroth.
Der islamische Sufismus kennt die Stufen der göttlichen Annäherung und eine reiche Engellehre um Gabriel.
All das sind Versuche, dieselbe geistige Wirklichkeit zu beschreiben — und sie ist da, ob wir an sie glauben oder nicht.
Diese Geistwesen sind ansprechbar. Man kann Engel um Hilfe bitten — sie helfen gerne, drängen sich aber nicht auf. Wo man sie nicht ruft, bleiben sie zurück; das gehört zur Selbstbestimmung.
Man kann nach einem Todesfall mit dem Verstorbenen Kontakt aufnehmen, um eine Entschuldigung nachzureichen, eine Reue zu äußern, etwas zu sagen, was vor dem Tod nicht gesagt war. Wer Verluste auf diese Weise schließt, weiß, dass das keine fromme Übung ist, sondern ein echter Austausch.
Die satanische Seite — Faust als Warnung
Es gibt auch die andere Seite. Satanische Wesen lassen sich in entsprechenden Ritualen anrufen und mobilisieren. Schwarze Messen sind nicht Fantasie, sondern Technik — Technik mit klaren Folgen.
Goethe hat das Faust-Motiv in eine literarische Form gegossen, die nichts an Schärfe verloren hat. Faust schließt mit Mephistopheles einen Pakt. Mephistopheles hält den Vertrag — er hält ihn präzise — aber jede Erfüllung treibt Faust und alle um ihn herum tiefer in den Schaden. Gretchen scheitert tragisch, das alte Paar Philemon und Baucis stirbt durch Fausts Bauwut. Faust selbst entkommt bei Goethe knapp durch sein nicht endendes Streben — aber das klassische Faust-Muster, schon im Volksbuch von 1587 und bei Marlowe vor Goethe, endet weniger gnädig: der Pakt-Schließer fährt in die Hölle, vollständig zerstört. Das ist das Muster, das hier zählt.
Das ist keine Romantik des 19. Jahrhunderts, sondern eine genaue Beschreibung des spirituellen Mechanismus. Wer mit solchen Wesen Verträge schliesst, bekommt, was er bestellt — und zahlt mit der eigenen Substanz. Genau dort sehe ich die Kreaturen des Tiefen Staates, die Funktionsträger der City of London, des CFR, des Wahhabiten-Apparats, der Scofield-Operation und der heutigen Krieg-Geschäftsmodell-Architektur. Sie haben bestellt, und sie zahlen jetzt. Dass sie strukturell zerfallen, obwohl sie alle Macht-Hebel hatten, ist kein politischer Zufall — es ist das Faustsche Vertragsmuster auf der Welt-Bühne.
Propheten und der Wert heiliger Schriften
Es gibt Propheten. Es gibt hellsichtige Menschen, die in die geistige Welt geblickt haben und das Gesehene weitergegeben haben — manche mündlich, manche schriftlich. Vieles davon findet sich in unseren heiligen Büchern. Genau das macht die Attraktivität dieser Bücher aus, die jahrtausendelang gehalten hat: Sie können den Leser inspirieren, erheben, in seiner spirituellen Entwicklung fördern. Das gilt für die Tora, für die Evangelien, für den Koran, für die Bhagavad Gita, für viele andere.
Was eine Religions-Serie wie meine tut, ist nicht: diese Substanz zu zerstören. Sie tut etwas anderes — sie kratzt die Werkstatt-Schicht ab, die von politischen Funktionsträgern über die ursprüngliche Substanz gelegt wurde.
In Teil 1 habe ich gezeigt, wie das bei der Scofield-Bibel ab 1909 geschah.
In Teil 2, wie es bei der Scientology zwischen 1972 und 1975 in voller Dokumentation lief.
In Teil 3, wie das politische Verfahren — die Statthalter-Strategie — diese Werkstatt-Religionen operativ nutzt.
In Teil 4, dass schon Hieronymus 383 n. Chr. ehrlich genug war zuzugeben, dass er aus altem Text neuen Text macht.
Im kommenden Teil 6 stellt das Buch von Richard Poe und Noor Bin Ladin (How the British Invented Communism — And Blamed It on the Jews) die City-of-London-Architektur ins Zentrum — wie sie den Kommunismus als Werkzeug konstruiert und den Antisemitismus als steuerbare Massen-Emotion aufgebaut hat.
Eisenman, Detering und Gmirkin treten dort als religions-historische Anschluss-Quellen hinzu, die das Werkstatt-Muster bis in die Antike zurückführen — Paulus, das zweite Jahrhundert, der Pentateuch in Alexandria.
Wer den Quigley-Strang in den Schriften erkennt und gleichzeitig die echte spirituelle Substanz wahrnimmt, ist Aufklärer, nicht Zerstörer. Wer hingegen aus der Werkstatt-Kritik den Schluss zieht „also ist alles nur Manipulation, also gibt es nichts dahinter”, hat genauso wenig verstanden wie der, der die Werkstatt-Schicht für die Substanz hält und kritiklos hinnimmt.
Warum diese Serie
Genau deshalb diese Serie. Sie soll die Werkstatt-Schicht abkratzen, damit die Substanz wieder sichtbar wird — nicht damit die Substanz selbst verschwindet. Wer einen Christen, eine Jüdin, einen Muslim, einen Hindu in seiner gelebten Religion ernst nimmt, schuldet ihm beides: den Hinweis, wo die Funktionsträger seine Schrift verunstaltet haben, und die Erinnerung, dass darunter etwas Echtes liegt, an das eine direkte spirituelle Praxis anknüpfen kann. Beides zusammen ist Aufklärung im Sinne der Aufklärung — nicht im Sinne des Materialismus, der sich gerne fälschlich auf sie beruft.
Wer in dieser Serie mitliest, soll sie als zweistimmig hören. Die kritische Stimme zeigt das Verfahren der Übermalung. Die positive Stimme — die ich hier ausdrücklich aufmache — hält die Tür offen zu dem, was unter der Übermalung steht.
Diese Serie ist frei zugänglich
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