Andreas M. B. Groß

✉ Epiktet — „Mein Bein wirst du fesseln“

Teil zwei der achtteiligen Serie zur Solidarität mit Reiner Füllmich: Epiktet.

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Andreas M. B. Groß
Okt. 23, 2026
∙ Bezahlt
✉ Epiktet — „Mein Bein wirst du fesseln“

Reiner Füllmich sitzt seit dem 8. Oktober in der JVA Lingen. Bücher kommen zu ihm nicht durch, Briefe schon. Darum habe ich ihm abgeschrieben, was Menschen in seiner Lage seit zweitausend Jahren getragen hat. Warum das mehr bewirkt, als du denkst, steht in Teil 1.

Heute: Epiktet. Er wurde um das Jahr 50 als Sklave geboren, hinkte zeitlebens und wurde unter Kaiser Domitian aus Rom verbannt. Kaum jemand hatte weniger äußere Freiheit als er. Und kaum jemand hat genauer erklärt, was uns trotzdem niemand nehmen kann.

Seine Lehre passt auf einen Satz: Unterscheide, was in deiner Macht steht, von dem, was nicht in deiner Macht steht. Mauern, Verlegungen und Fristen gehören zur zweiten Sorte. Wie du den Tag bestehst, gehört zur ersten.

Erst das Handbüchlein der Moral in der alten Übersetzung von 1864, dann Stücke aus den Gesprächen, die sein Schüler Arrian mitschrieb. Die Gespräche habe ich nach der englischen Übersetzung von George Long (1877) übertragen; Kürzungen sind mit […] bezeichnet.

Epiktet — Handbüchlein der Moral

Einige Dinge sind in unserer Gewalt, andere nicht. In unserer Gewalt sind: Meinung, Trieb, Begierde, Widerwille: kurz: Alles, was unser eigenes Werk ist. – Nicht in unserer Gewalt sind: Leib, Vermögen, Ansehen, Aemter, kurz: Alles, was nicht unser eigenes Werk ist. Und die Dinge, welche in unserer Gewalt stehen, sind von Natur frei; sie können nicht verhindert, noch in Fesseln geschlagen werden. Die Dinge aber, welche nicht in unserer Gewalt stehen, sind schwach, und völlig abhängig; sie können verhindert und entfremdet werden. (I, 1–2)

Bestrebe dich, jeder unangenehmen Vorstellung sofort zu begegnen mit den Worten: du bist nur eine Vorstellung, und durchaus nicht das, als was du erscheinst. Alsdann untersuche dieselbe, und prüfe sie nach den Regeln, welche du hast, und zwar zuerst und allermeist nach der, ob es etwas betrifft, was in unserer Gewalt ist, oder etwas, das nicht in unserer Gewalt ist; und wenn es etwas betrifft, das nicht in unserer Gewalt ist, so sprich nur jedesmal sogleich: Geht mich nichts an! (I, 5)

Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beunruhigen die Menschen. […] Sache des Unwissenden ist es, andere wegen seines Mißgeschicks anzuklagen; Sache des Anfängers in der Weisheit, sich selbst anzuklagen; Sache des Weisen, weder einen andern, noch sich selbst anzuklagen. (V)

Krankheit ist ein Hinderniß des Körpers, aber nicht des Willens, wenn er nicht selbst will. Lähmung ist ein Hinderniß des Fußes, aber nicht des Willens. Und so denke bei allem, was dir begegnet; denn du wirst finden, daß es wohl ein Hinderniß für etwas anderes ist, aber nicht für dich. (IX)

Bedenke, daß du Schauspieler bist in einem solchen Stück, wie es eben dem Dichter beliebt; ist es kurz, in einem kurzen; ist es lang, in einem langen. Will er, daß du einen Bettler vorstellen sollst, so stelle auch einen solchen naturgetreu dar. Ebenso einen Lahmen, einen Herrscher, einen gemeinen Mann. Deine Sache ist es nemlich, die Rolle, welche dir übertragen worden ist, gut zu spielen; sie anzuwählen, Sache eines Andern. (XVII)

Wenn dich jemand schlimm behandelt, oder Schlimmes von dir redet, so bedenke, daß er es thut oder redet in der Meinung, er sei im Recht. Es ist nun nicht möglich, daß er dem folge, was du für richtig hältst, sondern dem, was er dafür hält. Wenn nun seine Meinung falsch ist, so hat er den Schaden, sofern er sich in einer Täuschung befindet. […] Davon ausgehend wirst du dich gegen den Lästerer sanftmüthig betragen. (XLII)

Wenn dir jemand hinterbringt, daß der oder jener Schlimmes von dir rede, so vertheidige dich nicht gegen das Gesagte, sondern antworte: Der wußte also nichts von meinen übrigen Fehlern, sonst würde er wohl nicht bloß von diesen gesprochen haben. (XXXIII, 9)

Zum Schluss des Handbüchleins drei Worte, die Epiktet seinen Schülern mitgab — vom Stoiker Kleanthes, von Euripides und von Sokrates:

So führe mich, o Zeus, und göttliches Geschick,
Wohin es mir von euch zu gehn verordnet ist.
Ich will euch folgen ohne Zögern […].

Und wer das Unvermeidliche mit Würde trägt,
Der heißt ein Philosoph uns, ja ein Theolog.

Anytus und Melitus können mich zwar tödten, aber mir schaden, – das können sie nicht.

Epiktet — Gespräche

Epiktet (um 50–138 n. Chr.), als Sklave geboren, lehrte nach seiner Freilassung in Nikopolis an der Adria. Er schrieb nichts selbst; sein Schüler Arrian hat seine Lehrgespräche mitgeschrieben. Die Zählung nach Buch und Kapitel.

Was in unserer Macht steht (I,1)

Was soll ein Mensch in solchen Lagen bereithalten? Nichts anderes als dies: Was ist mein, was ist nicht mein? Was ist mir erlaubt, was nicht? Ich muss sterben — muss ich darum jammernd sterben? Ich muss in Fesseln — muss ich darum auch klagen? Ich muss in die Verbannung — hindert mich denn jemand, lächelnd, heiter und gelassen zu gehen? […] Ins Gefängnis werfe ich dich! — Meinen armen Körper, meinst du. […] Das ist es, worüber Philosophen nachsinnen, was sie täglich niederschreiben und worin sie sich üben sollten.

Was sagte Agrippinus? „Ich stehe mir selbst nicht im Weg.“ Als man ihm meldete, im Senat werde gerade über ihn verhandelt, sagte er: „Möge es gut ausgehen. Aber es ist die fünfte Stunde“ — die Zeit, zu der er gewöhnlich Leibesübungen machte und dann kalt badete — „lasst uns gehen und uns üben.“ Nach der Übung kommt einer und meldet: „Du bist verurteilt.“ — „Zur Verbannung“, fragt er, „oder zum Tod?“ — „Zur Verbannung.“ — „Und mein Vermögen?“ — „Das wird dir nicht genommen.“ — „Dann lasst uns nach Aricia gehen“, sagte er, „und dort zu Mittag essen.“

Zuschauer und Deuter (I,6)

Gott hat den Menschen in die Welt gestellt, damit er ein Zuschauer Gottes und seiner Werke sei, und nicht nur ein Zuschauer, sondern auch ein Deuter. Darum ist es schändlich für den Menschen, dort anzufangen und aufzuhören, wo die vernunftlosen Tiere es tun. […] Seht zu, dass ihr nicht sterbt, ohne diese Dinge geschaut zu haben.

Ihr reist nach Olympia, um das Werk des Phidias zu sehen, und jeder von euch hält es für ein Unglück, zu sterben, ohne es gesehen zu haben. Wo man aber gar nicht zu reisen braucht, wo einer ist, dort hat er die Werke Gottes vor sich — wollt ihr sie nicht sehen und verstehen? […] Aber du sagst: Es gibt im Leben Unangenehmes und Beschwerliches. Und in Olympia nicht? Wirst du nicht von der Sonne versengt? Wirst du nicht von der Menge gedrängt? Wirst du nicht nass, wenn es regnet? […] Aber ich denke, gegen die Herrlichkeit des Schauspiels gerechnet, trägst und erträgst du das alles. Nun denn: Hast du nicht Kräfte empfangen, mit denen du alles ertragen kannst, was geschieht? Hast du nicht Seelengröße empfangen? Nicht Mannhaftigkeit? Nicht Ausdauer? […]

Wohlan, betrachte auch du die Kräfte, die du hast, und wenn du sie betrachtet hast, so sprich: „Bring nun, Zeus, welche Schwierigkeit du willst; denn ich habe von dir Mittel und Kräfte bekommen, mich durch das, was geschieht, zu bewähren.“ […] Gott hat uns diese Kräfte nicht nur gegeben, damit wir alles, was geschieht, tragen können, ohne davon niedergedrückt oder gebrochen zu werden; sondern wie ein guter König und wahrer Vater hat er sie uns frei von Hindernissen gegeben, keinem Zwang unterworfen, ganz in unsere eigene Gewalt gelegt.

Die Schwierigkeit zeigt, wer einer ist (I,24)

Die Schwierigkeiten sind es, die zeigen, was ein Mensch ist. Wenn dich also eine Schwierigkeit trifft, so denke daran, dass Gott dich wie ein Ringlehrer mit einem rauen jungen Gegner zusammengespannt hat. Wozu?, fragst du. Damit du ein Olympiasieger wirst; aber das geht nicht ohne Schweiß. Meiner Meinung nach hat niemand je eine nützlichere Schwierigkeit gehabt als du, wenn du sie nutzen willst, wie ein Athlet mit einem jungen Gegner umgeht.

Wir schicken einen Kundschafter nach Rom; aber niemand schickt einen feigen Kundschafter, der, wenn er irgendwo nur ein Geräusch hört und einen Schatten sieht, voller Schrecken zurückgelaufen kommt und meldet, der Feind sei schon da. […] Diogenes, der vor dir als Kundschafter ausgesandt wurde, hat uns anderes berichtet. Er sagt, der Tod sei kein Übel, denn er sei nicht schändlich; er sagt, der Ruhm sei das Geräusch von Narren. […] Er sagt, nackt sein sei besser als jedes Purpurgewand, und auf der bloßen Erde schlafen das weichste Bett; und als Beweis führt er seinen eigenen Mut an, seine Ruhe, seine Freiheit. „Kein Feind ist nahe“, sagt er, „überall ist Frieden.“ — „Wieso, Diogenes?“ — „Sieh doch“, antwortet er, „ob ich getroffen bin, ob ich verwundet bin, ob ich vor jemandem geflohen bin.“ So muss ein Kundschafter sein.

An einen, der vor Gericht geht (II,2)

Bedenke, der du vor Gericht gehst, was du bewahren und worin du Erfolg haben willst. Willst du einen Willen bewahren, der der Natur gemäß ist, so hast du alle Sicherheit, alle Leichtigkeit, keine Not. Denn wenn du bewahren willst, was in deiner Macht steht und von Natur frei ist, und wenn du dich damit begnügst — worum sorgst du dich dann noch? Wer ist Herr über solche Dinge? Wer kann sie dir nehmen? Wenn du dich entschließt, bescheiden und treu zu sein — wer wird es dir verwehren? […] Der Richter wird gegen dich vielleicht etwas beschließen, das furchtbar scheint; aber dass du auch noch leidest, indem du davor fliehst — wie kann er das bewirken? […]

Darum sagte Sokrates zu einem, der ihn daran erinnerte, sich auf seinen Prozess vorzubereiten: „Glaubst du nicht, dass ich mich mein ganzes Leben lang darauf vorbereitet habe?“ — „Mit welcher Vorbereitung?“ — „Ich habe bewahrt, was in meiner Macht stand.“ — „Wie das?“ — „Ich habe nie etwas Unrechtes getan, weder im privaten noch im öffentlichen Leben.“

Vom Alleinsein (III,13)

Allein sein heißt noch nicht einsam sein, so wie einer unter vielen Menschen nicht schon deshalb nicht einsam ist. […] Denn nicht der Anblick irgendeines Menschen nimmt uns die Einsamkeit, sondern der Anblick eines Treuen, Bescheidenen und Hilfreichen. […] Dennoch muss man auch darauf gefasst sein, sich selbst genügen und sein eigener Gefährte sein zu können. Wie Zeus bei sich selbst weilt und in sich ruht, über seine Weltregierung nachdenkt und sich mit Gedanken beschäftigt, die seiner würdig sind, so müssen auch wir mit uns selbst reden können, die anderen nicht vermissen und nicht ratlos sein, womit wir die Zeit verbringen: die göttliche Weltordnung betrachten und unser Verhältnis zu allem anderen; bedenken, wie wir früher zu den Ereignissen standen und wie heute; was uns noch Schmerz bereitet, wie auch das geheilt und beseitigt werden kann; und was der Besserung bedarf, nach der Vernunft bessern. […]

Was tun Kinder, wenn man sie allein lässt? Sie nehmen Muscheln und Sand, bauen etwas, reißen es wieder ein und bauen etwas anderes, und so fehlt es ihnen nie an Zeitvertreib. Soll ich mich, wenn du davonsegelst, hinsetzen und weinen, weil ich allein und verlassen bin? Habe ich denn keine Muscheln, keinen Sand?

Über das Bemitleidetwerden (IV,6)

„Es kränkt mich, bemitleidet zu werden.“ — Ist es denn deine Sache, dass man dich bemitleidet, oder die Sache derer, die dich bemitleiden? […] Dir ist nur eines gegeben: dich selbst zu überzeugen. […] Wer hat so lange mit dir gelebt wie du selbst? Wer hat so viel Macht, dich zu überzeugen, wie du selbst? Wer ist dir wohlgesinnter und näher als du dir selbst? […] Es gibt nur einen Weg, der zu diesem Ziel führt: die Dinge, die nicht vom Willen abhängen, fahren zu lassen und zuzugeben, dass sie anderen gehören. Was ein anderer Mensch von dir denkt — welcher Art ist das? Es ist eine Sache, die nicht von deinem Willen abhängt. — Also geht es dich nichts an? — Nichts.

Von der Freiheit (IV,1)

Frei ist, wer lebt, wie er leben will; wer weder dem Zwang noch der Hinderung noch der Gewalt unterliegt; dessen Antriebe zum Handeln ungehemmt sind, dessen Wünsche ihr Ziel erreichen und der nicht in das gerät, was er meiden will. […] Hältst du die Freiheit für etwas Großes, Edles und Wertvolles? — Wie sollte ich nicht? — Ist es dann möglich, dass einer, der etwas so Großes, Wertvolles und Edles erlangt, niedrig gesinnt ist? — Unmöglich. — Wenn du also einen siehst, der sich einem anderen unterwirft oder ihm gegen die eigene Überzeugung schmeichelt, so sage getrost, dass auch er nicht frei ist; und nicht nur, wenn er es für ein Abendessen tut, sondern auch, wenn er es für eine Statthalterschaft oder ein Konsulat tut. […]

Was also macht einen Menschen ungehindert und zu seinem eigenen Herrn? Reichtum tut es nicht, auch nicht das Konsulat, nicht die Statthalterschaft, nicht die Königswürde; etwas anderes muss gefunden werden. Was macht uns beim Schreiben ungehindert und frei? Die Kenntnis der Schreibkunst. Was beim Lautenspiel? Die Kunst des Lautenspiels. Also im Leben: die Kunst des Lebens.

Von der Furchtlosigkeit (IV,7)

Was hindert einen Menschen, der diese Dinge klar unterschieden hat, leichten Herzens zu leben, die Zügel gelassen zu tragen, alles, was geschehen kann, ruhig zu erwarten und das Geschehene zu ertragen? […] Verbannung? Wohin ich auch gehe, dort wird es mir gut gehen; denn auch hier, wo ich bin, ging es mir nicht des Ortes wegen gut, sondern wegen meiner Überzeugungen, und die nehme ich mit. Niemand kann sie mir nehmen; meine Überzeugungen allein sind mein, sie können mir nicht entrissen werden, und ich bin zufrieden, solange ich sie habe, wo ich auch sei und was ich auch tue.

Übermorgen kommt Seneca, mit Briefen an einen Freund, der einen Prozess fürchtete. Und mit meinem zweiten Brief an Reiner Füllmich.


Die Serie ✉ Solidarität mit Reiner Füllmich

  1. Mi 21.10. Reiner Füllmich in Lingen — warum dein Brief in die Zelle zählt

  2. Fr 23.10. Epiktet — „Mein Bein wirst du fesseln“ ← du bist hier

  3. So 25.10. Seneca I — Briefe an einen Freund in Sorge

  4. Di 27.10. Seneca II — Der Ort macht es nicht

  5. Do 29.10. Boethius — Trost im Kerker von Pavia

  6. Sa 31.10. Buddha, Laotse, Marc Aurel — Weisheit aus Ost und West

  7. Mo 2.11. Die Bibel — Gefangene, die nicht vergessen wurden

  8. Mi 4.11. Stimmen aus der Haft — von Bonhoeffer bis Havel

Schreib ihm. Nur Briefe und Postkarten kommen durch: Dr. Reiner Fuellmich, JVA Lingen, Haupthaus 3, Kaiserstraße 5, D-49809 Lingen, Deutschland (Stand: 10.10.2026, vor jeder Folge geprüft). Was du beachten solltest, steht in Teil 1.

Heb dir diese Serie auf. Wenn du einmal einem anderen Menschen in Haft beistehen willst, findest du hier fertigen Lesestoff zum Abschreiben. Für Briefe an Gefangene darfst du daraus frei abschreiben, ohne Quellenangabe.


Zwei Buchgeschenke für Stammleser

Diese Serie ist und bleibt frei. Wenn du sie als Stammleser trägst, bekommst du obendrein jeden Monat ein Buch geschenkt — und gerade überschneiden sich zwei. Wer jetzt einsteigt, bekommt beide.

1. Dr. Eugen Bilfinger, „Impfzwang – Eine ernste Volksgefahr“ (1909) — noch bis Mittwoch, 28. Oktober 2026. Reiner Füllmich hat ab 2020 mit dem Corona-Ausschuss öffentlich gefragt, mit welchem Recht der Staat Menschen zu Maßnahmen und zur Impfung drängt. Bilfinger, Sanitätsrat und Naturarzt, stellte dieselbe Frage hundert Jahre früher — dreißig Jahre lang, gegen die Impfpflicht seiner Zeit — und dokumentierte, wie Ärzte und Behörden jeden Einwand dagegen abtaten.

Bilfinger: Impfzwang – Eine ernste Volksgefahr

2. Dr. Heinrich Oidtmann, „Weshalb ich meine Kinder nicht habe impfen lassen“ (1877) — neu, bis Freitag, 20. November 2026. Warum es hierher passt:

Am 22. Oktober 1877 stand der Landarzt Heinrich Oidtmann aus Linnich bei Aachen vor dem Polizeigericht. Er hatte seine eigenen Kinder nicht impfen lassen, wie es das Reichsimpfgesetz von 1874 vorschrieb — und wurde verurteilt. Er schrieb dazu:

Mein Fall ist wohl der erste, daß ein Arzt, und dazu ein Impfarzt, […] vor die Schranken des Gerichtes gezogen wurde, um sich wegen seines passiven Widerstandes gegen das Reichsimpfgesetz […] verurtheilen zu hören.

Seine Verteidigungsschrift ist dieses Buch. Damals stand ein Impfgegner vor Gericht. Heute sitzt wieder einer in Haft. Offiziell wegen Untreue: Er soll Spenden für den Corona-Ausschuss auf eigene Konten überwiesen haben. Der Staat sagt, er schütze damit die Spender. Ich sehe es anders: Die Spender haben ihm das Geld gegeben, damit er kämpft — und die Haft sorgt dafür, dass er genau das nicht kann. Wer ist hier der Heuchler? Das Drehbuch ist fast 150 Jahre alt.

Oidtmann: Weshalb ich meine Kinder nicht habe impfen lassen

Stammleser bekommen beide Bücher unten gratis — mit je einem Code, der den Preis im Shop auf null setzt. Wenn du noch kein Stammleser bist: Ein Monatsabo kostet weniger als ein Buch, und etwa alle vier Wochen kommt ein neues dazu. Und wenn du sie einfach kaufen willst (je PDF, CHF 14.90): ingag.de/impfzwang und ingag.de/oidtmann


Die Naturheilkunde-KI

Neben dem Schreiben baue ich eine KI, die Gesundheitsfragen aus den Standardwerken der Erfahrungsheilkunde beantwortet — Jahrhunderte gesammelter und an Patienten geprüfter Erfahrung, mit Quellenangabe zu jedem Punkt. Die erste Frage ist kostenlos: start.naturheilung.org

Zurzeit arbeite ich an einem Werkzeug für Arztpraxen: Es ersetzt in ganzen Patientenakten Namen, Geburtsdaten, Adressen und Nummern durch Platzhalter. So kann ein Arzt die Akte einem KI-Agenten übergeben und mit ihm den Fall durchsprechen, ohne preiszugeben, wer der Patient ist. Für den Beta-Test habe ich noch Plätze frei — wenn du Ärztin oder Arzt bist und dabei sein willst, antworte einfach auf diese Mail oder schreib an mail@andreas-gross.ch. Bitte schick dabei noch keine Patientendaten mit.

Deine Erfahrungen und Fragen zur KI kannst du im Telegram-Chat mit anderen Nutzern teilen: t.me/naturheilung_org


Der öffentliche Teil dieses Artikels steht unter der Lizenz CC BY 4.0 (creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de): Du darfst ihn teilen, kürzen und übersetzen — nenne dabei Andreas Groß als Autor und verlinke das Original.

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